Interview: Sonne, Sommer & Sonnenschutz! Was Sie jetzt wissen müssen…

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Ein hoher Lichtschutzfaktor ist schon lange nicht mehr alles – die neuesten Entwicklungen bieten zusätzlich Sicherheit vor lichtbedingter Hautalterung. Spezielle Zusammensetzungen sorgen für ein noch angenehmeres Hautgefühl. Jetzt kurz vor den Pfingstferien, die hoffentlich mit schönstem Sonnenschein versüßt werden, stellen wir uns die Frage: Ist die Sonne noch ungefährlich oder was muß man tun um sich ausreichend zu schützen.

Wir fragen Dr. Nicole Schramm die ihre Praxis im Herzen von Grünwald hat. (www.dr-nicole-schramm.de)

My-grünwald: Liebe Frau Dr. Schramm, ist die Sonne nun „stärker oder gefährlicher“ wie früher oder sind wir nur sensibilisierter was Sonnenschutz oder Hautkrebs angeht?
Dr. Schramm: Auf der einen Seite hat sich durch veränderte Umweltbedingungen (Stichwort Ozon) die Sonnenintensität gesteigert, auf der anderen Seite bewirkt das heute deutlich detailliertere Wissen bezüglich der Auswirkungen der unterschiedlichen Strahlenarten des UV-Lichtes (UV-A, UV-B, Infrarot), den damit verbundenen Schädigungen in der Haut und Bemühungen Strahlenschäden verstärkt zu minimieren eine „Sensibilisierung“ im Bewusstsein der breiten Bevölkerung.

My-grünwald: Was ist Ihr Experten-Tipp für eine sichere Bräune. Muss man unbedingt mit Schutzfaktor 50 anfangen? Und wird man da überhaupt noch braun?
Dr. Schramm: Grundsätzlich hängt die Wahl des geeigneten LSF vom individuellen Hauttyp und damit der Eigenschutzzeit (Zeitspanne, in der man in der Sonne sein kann, ohne dass eine Rötung der Haut entsteht) ab. Mit dem gewählten LSF multipliziert sich dann die Eigenschutzzeit, z.B. 10 Minuten (heller Hauttyp) mal LSF 30 auf eine geschützte Zeit von 300min., also 5 Stunden. Grundsätzlich empfehle ich jedoch in dieser Zeit auch „wasserfeste“ Lichtschutzprodukte nach zu cremen. Ein wichtiger Punkt ist der aktuelle UV-Index, dieser ist ein internationaler Standard, mit dem die Strahlenintensität am Boden angegeben wird. Je höher der UV-Index (UV-I), desto höher ist das Risiko für die Entstehung eines Sonnenbrandes. Hohe UV-I-Werte gibt es v.a. im Sommer, in den Bergen und am Wasser, aber auch Schnee in den Bergen erhöht durch die Reflexion den UV-Index. In Deutschland wird im Sommer ein Wert von 7-8 erreicht dies bedeutet ausreichender Lichtschutzfaktor und Meiden direkter Sonneneinstrahlung zwischen 11-15:00 Uhr. Infos auch unter www.bfs.de

My-grünwald: In der Euphorie übertreibt es der eine oder andere gerne mit sonnenungewohnter Haut anfangs der Ferien. Gibt es einen SOS-Tipp wenn man sich doch einen Sonnenbrand zugezogen hat? Gelten die „alten Hausmittel“ wie Quark und Gurke zum kühlen noch?
Dr. Schramm: Quark und Gurke kühlen angenehm, sind aber im Urlaub eventuell doch etwas umständlich – mit Quark-Gurken-Maske abends zum Essen im Hotel – wohl eher nicht…
Empfehlenswert sind moderne After-Sun-Produkte, die mit spezifischen Zusätzen wie z.B. Photolyase Zellschädigungen entgegenwirken und antientzündlich wirken. Geeignete After-Sun-Produkte sind aus meiner Sicht möglichst frei von reizenden Inhaltsstoffen, wie z.B. Duftstoffen, denn gereizt ist die Haut ja ohnehin schon. Außerdem sollte die Konsistenz nicht zu fett sein. Kühlende Gele sind ideal, damit die Hitze in der Haut besser entweichen kann. Spurenelemente wie Zink und Mangan können ebenso helfen einen Sonnenbrand zu vermeiden, sollten im Idealfall aber schon 14 Tage vor Urlaubsbeginn eingenommen werden. Betacarotin schützt die Haut zusätzlich und fördert eine schnellere Bräunung. Bei einem ausgeprägten, großflächigem Sonnenbrand sollte Aspirin genommen werden und ein Arztbesuch soweit möglich folgen.

My-grünwald: Zu viel Sonne erhöht auch das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Regelmäßige Check-ups sind wichtig. Woran erkennt man, ob es sich bei einem dunklen Fleck auf der Haut um ein Muttermal oder um ein Karzinom handelt?

Dr. Schramm: Ohne Auflichmikroskop ist es kaum möglich, eine klare Abgrenzung zwischen gesundem Muttermal (Nävus) und beginnendem schwarzen Hautkrebs (Melanom) vorzunehmen. Sieht ein Muttermal ohne Lupe schon verdächtig aus, ist eine Entartung Richtung Melanom meistens schon erfolgt. Deshalb lautet mein täglicher dringender Rat, regelmäßig einmal jährlich zum dermatologischen Hautkrebsscreening gehen, um veränderte Muttermale zu entdecken, bevor schwarzer Hautkrebs entsteht! Ein früh entdeckter schwarzer Hautkrebs ist heilbar – ein fortgeschrittener nicht mehr!

Wie oft sollte man zum Check-up gehen?

Dr. Schramm: Faustregel einmal jährlich, individuell können kürzere Abstände notwendig werden.

 

Frau Dr. Schramm – vielen Dank für die Antworten! Wir wünschen unseren Lesern und uns jetzt nun erst mal sonnige Pfingstferien und viel Vergnügen am Strand, See oder in den Bergen!

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Kategorien: Ärzte/Gesundheit, Beauty

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